BIOGRAPHISCHE STATIONEN: ENGLAND

1712
7. August:
Friedrich Wilhelm Zachow stirbt im Alter von 48 Jahren.
Herbst: Im späteren Herbst Rückkehr nach London. Händel wohnte zunächst bei einem gewissen “ Mr. Andrews of Barn-Elms” (jetzt Barnes in surrey) und später, bis 1716 beim Earl of Burlington, Richard Boyel.

24. Oktober: Händel beendete die Oper “Il Pastor fido” (HWV 8a).

22. November: Erste Aufführung von “Il Pastor fido” im Queen’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 26. und 29. November, 3., 6. und 27. Dezember 1712 sowie 21. Februar 1713.

19. Dezember: Händel beendete die Oper “Teseo” (HWV 9).

1713
8. Januar: Arcangelo Corelli stirbt im Alter von 59 Jahren.

10. Januar: Erste Aufführung von “Teseo” im Queen’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 14., 17., 24. und 28. Januar, 4., 11., 14. und 17. Februar, 17. März, 18. April und 16. Mai 1713. Nach der zweiten Aufführung flieht der Theatermanager Owen Swiny mit den Einnahmen beider Aufführungen.

14. Januar: Vollendung des “Utrecht Tedeum” (HWV 278).

6. Februar: Sollte vermutl. die Aufführung der kurz zuvor komponierten “Ode for the Birthday of Queen Anne” (HWV 74) stattfinden, ob sie stattgefunden hat, ist nicht bekannt.

26. Februar: Erste Aufführung des Pasticcios “Ernelinda” im Queen’s Theatre am Haymarket. Vgl. W. C. Smith II, S. 288, bzw. III, S. 141: “Möglicherweise jenes Werk, dessen II. Akt sich in Hamburg befindet und an dem Händel mitgearbeitet hat.”

Frühjahr 1713-1717:
Aufenthalt Händels im Palast von Richard Boyle, drittem Earl of Burlington, in Piccadilly. Bekanntschaft mit John Gay, Alexander Pope, John Arbuthnot. Die Mutter des jungen Grafen, eine Kammerfrau der Königin, mag Händels Einführung am Hofe unterstützt haben. Die Einladung zu diesem Aufenthalt erging wahrscheinlich zu einem ziemlich frühen Zeitpunkt in diesem Jahr an Händel. (Die Angaben über den Beginn des Aufenthaltes schwanken in Händel-Biographien zwischen 1712 und 1716. Vgl. Juni/Juli 1713). Händel verließ Burlington-House spätestens im Sommer 1717.

31. März (11. April): Abschluß des Friedens von Utrecht zwischen England und Frankreich: Proklamation in London am 5. Mai. Der Friede zwischen Frankreich und dem Reich wird erst 1714 geschlossen. Frankreich muß auf eine dynastische Vereinigung mit Spanien verzichten. (Nach kontinentalem Kalender war der 11. April der Tag des Friedensschlusses.)

Juni/Juli: Private Aufführung von Händels Oper “Silla” (HWV 10) auf der Bühne von Burlington-House. Die Aufführung wurde früher unter Berücksichtigung von Burlingtons Italienaufenthalt in der Zeit von November 1714 bis Januar 1715 auf das Frühjahr 1715 datiert oder auch bereits auf die Zeit vor November 1714. Das aufgefundene gedruckte Textbuch mit der auf den 2. Juni datierten Widmung Giacomo Rossis an Louis-Marie D’Aumont Rochebaron, den Ludwig XIV. Ende 1712 im Verlauf der Friedensverhandlungen als außerordentlichen Botschafter nach England entsandt hatte (vgl. 31. März 1713), ermöglicht jedoch eine Präzisierung des Zeitraumes auf etwa Juni/Juli 1713. Das Libretto nennt ausdrücklich Händel als Komponisten, aber nicht die Namen der Sänger.

7. Juli: Aufführung des “Urecht Tedeum” und “Jubilate” in St. Paul’s Cathedral.

1714
6. Februar:  Erste Aufführung der “Ode für the Birthday of Queen Anne” (HWV 74) in Windsor. Zur bisherigen Datierung der Aufführung auf den 6. Februar 1713 vgl. W. C. Smith I, S. 296, II, S. 150, sowie Walther Siegmund-Schultze. Königin Anna soll Händel eine lebenslange Pension von jährlich 200 Pfund gewährt haben. (Vgl. auch Frühjahr 1713).

1. August:  Tod der Königin Anna. Proklamation des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover (Braunschweig-Lüneburg) (Urenkel von James I.) als Georg I. zum neuen englischen König.

18. September:  Georg I. kommt nach London.

1715
25. Mai:  Erste Aufführung der Oper “Amadigi” (HWV 11) im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 11., 15. und 28. Juni, 2. und 9. Juli 1715. Weitere Aufführungen: London: 16. und 21. Februar, 3. und 6. März, 20. Juni und 12. Juli 1716; 16. und 23. Februar, 21. März, 11. April und 30. Mai 1717. - Hamburg: September 1717 (mit dem Titel “Oriana”); 6., 9. Und 10. Februar, 14., 21. und 29. Juni, 9., 17. Und 24. August und 2. Oktober 1719; 12. und 28. August und 12. September 1720.

22. August:  An diesem Tag soll (nach James Peller Malcolm) eine Fahrt des königlichen Hofes auf der Themse nach Limehouse stattgefunden haben. Sie könnte Gelegenheit gegeben haben zu der zuerst von Mainwaring berichteten “Versöhnung” König Georgs I. mit Händel. Zu einem echten Zerwürfnis war es jedoch anscheinend nicht gekommen.

1716
13. März und 29. Juni:  Zwei Schreiben Händels, wahrscheinlich an den Sekretär der South Sea Company, mit der Bitte um Auszahlung seiner Dividende für 500 Pfund Kapital, das er wahrscheinlich im voraufgegangenen Jahr investiert hatte.
Die ersten Belege über Händels Finanzgeschäfte. Vermutlich benötigte er das Geld für seine bevorstehende Reise nach Deutschland.

Über Händels Einkünfte und seine finanziellen Verhältnisse begegnen seit Mainwaring, Burney und Hawkins widersprechende Meinungen. Zuverlässige Angaben fehlen auch über die drei Pensionen von je 200 Pfund, die Händel erhalten haben soll: von Königin Anna, von König Georg I. und als Musiklehrer der königlichen Prinzessinnen (vgl. Mainwaring, S. 92). War Händels finanzielle Lage  auch mehrmals sehr bedrängt, so gibt es doch keine Anzeichen dafür, daß er je bankrott war, auch nicht 1737 oder 1745. Bei seinem Tod hinterließ er ein Vermögen von 20.000 Pfund, was bei vorsichtiger Schätzung heute einem Wert von ca. 5 Mill. Euro entsprechen könnte. (Vgl. W. C. Smith I, S. 9-64.)

Juli:  Reise nach Hannover im Gefolge König Georgs I.

Sommer/Herbst: Besuch bei den Angehörigen in Halle sowie bei dem Freund Johann Christoph Schmidt in Ansbach, der ihm nach London folgt. Rückkehr von Hannover nach London vermutlich Ende des Jahres. (Rückkehr des Königs erst am 18. Januar 1717. Georg I. fühlte sich auch als englischer König mehr als ein deutscher Fürst, sprach auch kaum Englisch.)

1717
5. Juni:  Für die letzte Aufführung des „Rinaldo“ (HWV 7a) tritt erstmals die französische Tänzerin Marie Sallé in einer Oper Händels auf, mit der Händel später noch mehrmals zusammenarbeiten sollte.

17. Juli:  Fahrt des königlichen Hofes auf der Themse, Aufführung von Händels “Water Music” (HWV 348-350). Vgl. Hans F. Redlich sowie O. E. Deutsch, S. 76 ff. Johann Mattheson widmet “ Das beschützte Orchestre” (Hamburg 1717) dreizehn zeitgenössischen Musikern, darunter neben Reinhard Keiser und Georg Philipp Telemann auch Georg Friedrich Händel. (Seine Widmung ist auf den 19. Juli 1717 datiert.)

1717-1719
Auf Einladung von James Brydges, Earl of Carnavon, des späteren Duke of Chandos, seit Sommer 1717 bis spätestens Februar 1719 Aufenthalt in Cannons. Komposition u. a. der “Chandos Anthems” (HWV 246-256); die ersten sechs entstanden vermutlich im Sommer und Herbst 1717, die übrigen 1718, wohl zu Anfang des Jahres.

1718
8. August:  Tod von Händels Schwester Dorothea Sophia Michaelsen.
Komposition von “Acis and Galatea” (HWV 49a) und Aufführung in Cannons wahrscheinlich auch in diesem Jahr.

1719
Februar: Gründung der Royal Academy of Music, Musikalische Direktoren wurden Attilio Ariosti, Giovanni Bononcini und Händel.

20. Februar:  Brief an den Schwager Michael Dietrich Michaelsen zum Tod der Schwester. Verzögerung von Händels lange geplanter Reise nach Deutschland, bedingt vermutlich durch die Vorbereitungen für die Gründung der Royal Academy of Music.

24. Februar:  Brief an Johann Mattheson. Zweite (Händels vorangegangener Brief an Mattheson ist verloren) Antwort auf Matthesons Frage nach Händels Meinung zur Solmisation und über die griechischen Modi. Sie scheinen ihm für den modernen Musiker von wenig Bedeutung oder Nutzen. Matthesons Bitte um eine autobiographische Skizze aus Zeitmangel gegenwärtig nicht erfüllbar.

3. April:  Erste Aufführung der “Passion nach Barthold Heinrich Brockes” (HWV 48) im Dom zu Hamburg. Händel komponierte die Passion 1716 oder 1717. Der Text von Brockes, “Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus aus den vier Evangelisten in gebundener Rede vorgestellt” (Hamburg 1712), wurde auch von Reinhard Keiser (1712), Georg Philipp Telemann (1716) und Johann Mattheson (1718) vertont.

Am 20. März 1719 wurde Matthesons Komposition aufgeführt, am 4. April Telemanns Passion; und nach Chrysander soll auch Keisers Vertonung in diesem Jahr in Hamburg wieder aufgeführt worden sein. Weitere Aufführungen in Hamburg: 20. März 1720, 7. April 1721, 2. April 1724.

Mai - Dezember:  Reise nach Deutschland.
Reisevollmachten und Instruktionen durch Thomas Holles, Duke of Newcastle, Lord Chamberlain und Gouverneur der Royal Academy of Music, datieren vom 14. Mai. Engagement von Sängern für die Royal Academy. Aufenthalt in Düsseldorf, in Halle, wo ihn Johann Sebastian Bach verfehlt haben soll, und in Dresden. Hier spielt Händel im September auf dem Cembalo vor dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. (“August der Starke”, als König von Polen August II.). Ende des Jahres Rückkehr nach London: Vermutlich verließ Händel Dresden im Oktober und Reise über Halle nach Herrenhausen bei Hannover, von wo aus er im Gefolge des Königs, der am 11. Mai dorthin von London aufgebrochen war, im Dezember wieder nach England zurückkehrte. (Vgl. Johannes Gress.)

26. Juli:  Brief aus Dresden an Richard Boyle, Earl of Burlington. Bericht über die geplanten Kontraktabschlüsse mit den Sängern Senesino (Francesco Bernardi), Matteo Berselli und Guicciardi (der aber nicht nach England kam).

1720
2. April:  Eröffnung der ersten Saison der Royal Academy of Music mit Giovanni Portas Oper “Numitore”.

27. April:  Erste Aufführung von Händels Oper “Radamisto” (HWV 12) im King’s Theatre am Haymarket. Bei der Wiederaufnahme der Oper am 28. Dezember sang der gegen Ende des Jahres nach England gekommene Senesino als Radamisto seine erste Händel-Partie, Signora Durastanti die Zenobia. Wiederholungen: 30. April, 4., 7., 11., 14., 18. und 21. Mai, 18. und 22. Juni 1720. Weitere Aufführungen (in überarbeiteter Fassung): London: 28. und 31. Dezember 1720 und 4., 21. und 25. Januar, 21. und 25. Februar 1721; 25. und 29. November und 2. und 6. Dezember 1721 (vielleicht auch am 28., nicht aber am 31. Dezember) wahrscheinlich auch Aufführungen 1728. - Hamburg: Aufführungen seit dem 28. Januar 1722  (unter dem Titel (“Zenobia”), 17 Aufführungen 1722, 6 Aufführungen 1723, je eine Aufführung 1724 und 1726, 3 Aufführungen 1736.

14. Juni:  Erstes königliches Druckprivileg für Händel, in Kraft bis 1734. Zuerst angewendet auf die am 14. November veröffentlichte erste Ausgabe der “Suites des Pieces pour le Clavecin” und für die erste Ausgabe des “Radamisto” vom 13. Dezember 1720.

25. Juni:  Ende der ersten Spielzeit der Royal Academy. Erste Aufführung der Masque “ Haman and Mordecai” (HWV 50a), der ersten Fassung von Händels Oratorium “Esther” (HWV 50), in Cannons. Eine genaue Datierung der Aufführung ist bisher nicht möglich. Wahrscheinlich fand sie in den Monaten nach dem Ende der ersten und vor dem Beginn der zweiten Spielzeit der Royal Academy statt, als Händel die Gelegenheit zu einem neuerlichen Aufenthalt in Cannons wahrgenommen haben mag. Eine Aufführung aus Anlaß der Einweihung der neuen Kapelle in Cannons am 29. August 1720 ist nicht wahrscheinlich.
Weitere Aufführungen: London: 23. Februar und 1. März, 3. März, 20. April 1732, 24. Februar 1743, 26. Februar 1753. Vgl. 23. Februar und 2. Mai 1732. Vgl. O. E. Deutsch, S. 112, W. Dean, S. 191.

14. November:  Veröffentlichung der ersten Sammlung von Cembalosuiten bei John Cluer in London (HWV 426-433).

19. November:  Eröffnung der zweiten Spielzeit der Royal Academy (mit “ Astarto” von Bononcini).
Händel subskribiert John Gays “Poem on Several Occasions”.

1721
23. März:  Händel beendet den dritten Akt der Oper “Muzio Scevola” (HWV 13). Den ersten Akt komponierte Filippo Amadei, den zweiten Giovanni Bononcini.

15. April:  Erste Aufführung der Oper “Muzio Scevola” im King’s Theatre am Haymarket.
Wiederholungen: 19., 22., 26. und 29. April, 3., 6., 13. und 17. Mai und 7. Juni 1721.
Weitere Aufführungen: London: 7., 10. und 13. November 1721, 27. (?) und 31. Oktober sowie 10. und 13. November 1722. - Hamburg: 7. Januar 1723.

1. November:  Eröffnung der dritten Spielzeit der Royal Academy.

28. November:  Händel beendet die Oper “Floridante” (HWV 14).

9. Dezember:  Erste Aufführung der Oper “Floridante” im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 13., 16., 20., 23., 27. und 30. Dezember 1721, 3. und 5. Januar, 13. und 20. Februar, 25. und 28. April, 23. und 26. Mai 1722. Weitere Aufführungen: London: 4., 8., 11., 15., 18., 22. und 26. Dez. 1722; 29. April  und 12. Mai 1727; 3., 6., 10. und 13. März, 8., 15. und 19. Mai 1733; - Hamburg 1723: 11 Aufführungen, beginnend mit dem 28. April.

1721-1742
Premierminister Robert Walpole. Walpole fördert die weitere Stärkung Englands als See- und Kolonialmacht, u. a. aber auch den britischen Negersklavenhandel.

1722
9. Februar:  Erster nachgewiesener Aufführungstermin der “Wassermusik”

10. August:  Händel beendet die Oper “Ottone” (HWV 15).

27. Oktober oder 7. November:  Eröffnung der vierten Spielzeit der Royal Academy mit “ Muzio Scevola” (Vgl. Deutsch, S. 136 f.) - Der Dayly Courant kündigte die Aufführung für diesen Tag an, brachte aber nicht die sonst am eigentlichen Aufführungstag übliche nochmalige Anzeige. Die Anzeige für den 31. Oktober erwähnt keine Verschiebung. Burney (II, 721) nennt als Datum der Neuaufführung den 7. November, Kelly den 31. Oktober, Chrysander den 27. Oktober.

Erste Veröffentlichung von zwölf Sonaten Händels für Violine, Querflöte oder Oboe und Basso continuo (HWV 359-367, 369, 372, 373) sowie der sechs Sonaten für zwei Violinen, Oboen oder Querflöten op. 2 (HWV 386-391) bei Jeanne Roger in Amsterdam. Um 1732/1733 erschienen John Walshs erste Ausgabe von zwölf Solosonaten mit etwas abweichendem Inhalt (HWV 359-370) sowie seine neue Ausgabe der sechs Triosonanten op. 2.

Dezember: Ankunft von Francesca Cuzzoni in London

1723
12. Januar:  Erste Aufführung der Oper “Ottone” im King’s Theatre am Haymarket mit dem Debut von R. Cuzzoni. Wiederholungen: 15., 19., 22., 26. und 29. Januar, 2., 5., 9., 12. und 16. Februar, 26. März, 4. und 8. Juni 1723. Weitere Aufführungen: London: 5., 8., 12., 15., 19., 22., 26. und 28. Februar, 5. und 8. März 1726; 11. und 13. April 1727; 13., 17., 20. und 24. November 1733; 5. (Vgl. Deutsch, S. 376 f.), 10., 14., 17., 21. und 23. Dezember 1734. - Braunschweig: August 1723 und Februar 1725. - Hamburg: 1726 vier Aufführungen, beginnend am 15. Mai, 1727 und 1729 je eine Aufführung.

25. Februar:  Händel wird zum “Composer of Musick for his Majesty’s Chappel Royal” ernannt.

7. Mai:  Händel beendet die Oper “Flavio” (HWV 16).

14. Mai:  Erste Aufführung des “Flavio” im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 18., 21., 25., 27. und 30. Mai, 11. und 15. Juni 1723. Weitere Aufführungen: London: 18., 22., 25. und 29. April 1732.

Juli: Händel bezieht das Haus in der Brook Street  (nach 1766 Brook Street 57, seit 1868 Nr. 25), Hanover Square, in dem er bis zu seinem Tod wohnt.

27. November:  Eröffnung der fünften Saison der Royal Academy mit “Farnace” von Bononcini.

1724
5. Januar: Aufführung eines “Tedeums und eines neuen Anthems” in der Chapel Royal “ in Anwesenheit des Königs und der Königlichen Hoheiten” (“London Journal”, 11. Januar). Wahrscheinlich wurden das “Utrecht Tedeum und Jubilate” (HWV 278) und das Anthem “O praise the Lord, ye angels of his” (HWV 257) aufgeführt. König Georg I. War kurz zuvor aus Hannover nach London zurückgekehrt.

20. Februar:  Erste Aufführung der Oper “Giulio Cesare” (HWV 17) im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 22., 25., 27. und 29. Februar, 3., 7., 10., 14., 21., 24. und 28. März, 7. und 11. April 1724. Weitere Aufführungen: London: 2., 5., 9., 16., 19., 23. und 26. Januar, 2., 6. und 9. Februar 1725; 17., 24., 27. und 31. Januar, 3., 7., 14., 17. und 21. Februar, 21. und 31. März 1730; 1., 5., 8. und 12. Februar 1732;  - Braunschweig: August 1725 und August 1733. - Hamburg: 21. November 1725; 29. April und 3. Dezember 1726; 9., 12. und 16. Juni 1727; 17. August 1733. Für den 5. September 1735 und den 27. November 1737 geplante Aufführungen konnten nicht stattfinden (Deutsch, S. 395, 442). Insgesamt 36 Aufführungen bis zum Ende der Hamburger Oper 1738. - Wien, 1731.

13. Juni:  Ende der fünften Spielzeit der Royal Academy mit einer Aufführung des Pasticcios “Aquilio Consolo”.

3.-23. Juli:  Komposition der Oper “Tamerlano” (HWV 18).

29. August: Am 24. August hatte Händel für die Prinzessinnen Anne und Caroline auf der Orgel von St. Paul’s Cathedral gespielt. Der erste erhaltene offizielle Beleg für Händels Tätigkeit als Musiklehrer der drei Prinzessinnen Anne, Amelia und Caroline, der Töchter Georgs II., stammt vom September 1727. Wahrscheinlich aber unterrichtete er zumindest Prinzessin Anne schon seit etwa 1720. Seit 1728 ist Händel im nunmehr selbständigen Haushalt der Prinzessinnen als “ Musick Master” verzeichnet, 1735 bis 1755 (nach der Heirat von Prinzessin Anne 1734) nur noch als Musiklehrer von Amelia und Caroline.
Ein bedeutender Teil von Händels Cembalomusik sowie vor allem die Studien zur Kompositionslehre verdanken ihre Entstehung dem Unterricht der Prinzessinnen. (Vgl. Terence Best, Alfred Mann.)

31. Oktober:  Eröffnung der sechsten Spielzeit der Royal Academy mit der ersten Aufführung von Händels Oper “Tamerlano” im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 3., 7., 10., 14., 17., 21., 24. und 28. November 1724. Weitere Aufführungen: London: 1., 4. und 8. Mai 1725; 13., 16. und 20. November 1731. - Hamburg: 27. September 1725.

1725
20. Januar:  Händel beendet die Oper “Rodelinda” (HWV 19).

13. Februar:  Erste Aufführung von “Rodelinda” im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 16., 20., 25. und 27. Februar, 2., 6., 9., 13., 16., 20. und 30. März, 3. und 6. April 1725. Weitere Aufführungen: London: 18., 21., 23. und 28. Dezember 1725 und 1., 4., 8., und 11. Januar 1726; 4., 8., 11., 15., 18., 22., 25. und 29. Mai 1731. - Hamburg: 29. November 1734, mit einer Wiederholung; eine Aufführung im Sommer 1735, zwei Aufführungen im Herbst 1736.

6. Mai:  Die Partitur von „Rodelinda“ erscheint - die erste von zehn weiteren auf Subskriptionsbasis erschienenen Veröffentlichungen von Händel-Werken.

11. Juni:  Brief an den Schwager Michael Dietrich Michaelsen. Erwähnung eines verlorenen Briefes von Händel an seine Mutter. Dank für die Unterstützung und Hilfe Michaelsens für Händels Mutter.

19. Juni:  Die sechste Spielzeit der Royal Academy endet mit einer Aufführung des Pasticcios “Elpidia”, Libretto von Apostolo Zeno, Musik von Leonadro Vinci u. a. Vielleicht das erste der Pasticci, für die Händel als musikalischer Leiter des Opernunternehmens der Royal Academy die Rezitative neu komponierte. (Vgl. Chrysander, Bd. II, S. 132; Deutsch, S. 181.)

30. November:  Eröffnung der siebenten Spielzeit der Royal Academy. John Christopher Smith d. J. wird in diesem Jahr Händels Schüler.

30. November:  Die siebente Saison der Academy beginnt mit einer Aufführung „ Elpidia“ (HWV A 1).

1726
2. März:   Händel beendet die Oper “Scipione” (HWV 20).

12. März:   Erste Aufführung des “Scipione” im King’s Theatre am Haymarket. Wiederholungen: 15., 19., 22., 26. und 29. März, 2., 12., 16., 19., 23., 26. und 30. April 1726. Weitere Aufführungen: London, 3., 7., 10., 14., 17. und 21. November 1730.

11. April:  Händel beendet die Oper “Alessandro” (HWV 21).

5. Mai:  Erste Aufführung des “Alessandro” im King’s Theatre am Haymarket mit dem Debut von Faustina Bordoni. Wiederholungen: 7., 10., 12., 14., 17., 19., 21., 24., 26. und 31. Mai, 4. und 7. Juni 1726. Weitere Aufführungen: London: 26. und 30. Dezember 1727 (Colman’s Opera Register nennt anstelle des 30. den 29. Dezember 1727 und verzeichnet Wiederholungen für den 2. und 6. Januar 1728). - Braunschweig: 17. August 1728. - Hamburg: 18. November 1726 (eine Kombination aus Agostino Steffanis “La Superbia d’Alessandro”, Hamburg 1695 erstmals aufgeführt, und Händels Oper). Vgl. auch 15. November 1743.

10. November: Händel beendet die Oper “Admeto” (HWV 22).
Gründung der Academy of Vocal Music (am 26.5.1731 Umbenennung in The Academy of Ancient Music)
1726 erscheint erstmals die gesellschaftskritische Satire “Gullivers Reisen” von Jonathan Swift.


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